Unternehmenswert: Der systematische Fehler in der Nach-Steuer-Rechnung

Fundstelle: DStR 83-86

Durch den Wechsel zur Nach-Steuer-Rechnung haben sich die Komplexität der Bewertung und die Möglichkeit der Nutzung von Bewertungsspielräumen erheblich erhöht. Im Ausland verblieb es Akzeptanzwiderstände bei den Bewertungsadressaten. Es wird untersucht, ob der Wechsel von einem finanzmathematischen Standpunkt aus betrachtet zwingend ist.



Bei der Nach-Steuer-Rechnung im Rahmen von nutzenorientierten Unternehmensbewertungen auf Basis des Phasenmodells ergibt sich ein systematischer Fehler, da nicht in zutreffender Weise die Formel für Rentenerträge, sondern die Formel für Einmalzahlungen mit Zins- und Zinsberechnung zur Anwendung kommt. Die Erträge aus der Ertragsquelle „Unternehmen“ entsprechen den Erträgen aus der Ertragsquelle „Rentenstammrecht“ und eben nicht einer Ertragsquelle „Geldanlage“. Die Höhe des hierdurch induzierten Fehlers ist von der Höhe der verwendeten Basiszinssätze nebst Adjustierungsfaktoren sowie der Höhe der Steuersätze abhängig. Es muss daher – wie auch im Ausland nach wie vor üblich – bei der Vor-Steuer-Rechnung bleiben. Die Gerichte sich gut beraten, Nach-steuer-basierte Sachverständigengutachten. Wenngleich wegen IDW S1 fachgerecht, als nicht sachgerecht zurückzuweisen.