Unternehmenswert: GlaubwŸrdigkeitsattribution von Argumentationswerten

Fundstelle: FB 463-471


Die Glaubwürdigkeit im Rahmen der Argumentationsfunktion knüpft an die subjektive Überzeugung eines Bewertungsadressaten (Rezipient) in Bezug auf die Richtigkeit eines präsentierten Unternehmenswerts an. Sie ist Voraussetzung für die von der betrachtenden Partei gewünschte Erlangung von Akzeptanz durch die Verwendung von mehreren Methoden förderlich. Der Fokus in der Argumentation liegt auf den Schwächen der von der jeweiligen Gegenparteiverwendeten Verfahren und Parametern. Ansatzpunkte für die Einflussnahme auf die Glaubwürdigkeit präsentierter Argumentationswerte ergeben sich in Bezug auf Kompetenz, Integrität und Evaluation. Zur Ableitung einer Glaubwürdigkeitsattribution kann hierbei auf die (recht unterschiedlichen) Auffassungen in Bewertungstheorie, -praxis und – judikatur rekurriert werden. Bei der Bezugnahme auf verbreitete Lehrmeinungen in der Wissenschaft gibt es ein faktisches Interessenoligopol im Hinblick auf einige wenige Meinungsführer. Bezüglich der Inanspruchnahme professioneller Beratungs- bzw. Bewertungsunternehmen dominieren die angelsächsischen Anbieter. In der Judikatur genießen die Entscheidungen des BVerfG die mit Abstand höchste Reputation. Bei der Argumentationsfunktion „handelt es sich um die theoretisch bisher (noch) am wenigsten durchdrungene, aber in der realen Welt (wohl) am häufigsten praktizierte Funktion“, was zum großen Teil das Durcheinander von Theorie und Praxis, die durchgängig mangelnde Akzeptanz durch Bewertungsadressaten und das Abkoppeln der deutschen Unternehmensbewertungslehre von globalen Entwicklungen erklärt.