Unternehmenswert: Entwurf einer Anteils- und Betriebsvermšgensbewertungsverordnung

Fundstelle: FB 520-527

Am 08.02.2008 hat nunmehr das Bundesfinanzministerium einen Diskussionsentwurf für eine Anteils- und Betriebsvermögensbewertungsverordnung (AntBVBewV-E) veröffentlicht. Diese soll das Stuttgarter Verfahren als Regelbewertungsverfahren ablösen uns insb. den Grundsätzen entsprechend des BVerfG-Beschlusses vom 07.11.2006 durch die verfassungsrechtlich gebotene Bemessungsgrundlage des gemeinen Werts / Verkehrswert genügen. Im Folgenden soll kritisch untersucht werden, inwieweit das Ziel nach Ableitung von marktnahen Werten einerseits und das Ziel nach Praktikabilität im Hinblick auf den Einsatz als Massenbewertungsverfahren andererseits erreicht werden.



Insgesamt stellt der vorgestellte Entwurf eine deutliche Verbesserung gegenüber dem starren System des realitätsfernen Stuttgarter Verfahrens dar. Es ist erfreulich, dass der Gesetzgeber durch die zulässige Option auf „anerkannte“ Bewertungsverfahren sich für einen Methodenpluralismus bei der Unternehmensbewertung entschieden hat. Die bisherige Trennung einer Bewertung nach Rechtsform (Kapitalgesellschaften wurden anders als Personengesellschaften bewertet) und nach Einzelbewertung (auf der Basis der einzelnen Wirtschaftgüter) ist überwunden und wurde bei Anwendung des vereinfachten Ertragswertverfahrens ersetzt durch Rechtsformneutralität und Gesamtbewertung. Leider wird der spezielle methodische Ertragswertansatz in der Rechtsverordnung nicht deutlich. Vor allem überzeugen das Konzept des Rentenmodells (anstelle einer phasenorientierten Bewertung) sowie das Konzept der Vor-Steuer-Rechnung sowie das Konzept der gesonderten Bewertung von Wirtschaftsgütern, die als nicht betriebsnotwendiges Vermögen herausgelöst und erfasst werden.