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Abschaffung  der freien Wahl des Prüfers für Qualitätskontrolle? - Inspections für vereidigte Buchprüfer?

Fundstelle: DBV Mitteilung 5/2006

Nach der bereits gesetzlich vollzogenen Schließung des Buchprüferberufes ab 2005 droht nunmehr neues Ungemach. Dabei klingt alles ganz harmlos:

- Nach dem Referentenentwurf zur 7. WPO-Novelle sollen die Worte „bis zu" in § 57 a Abs. 6 Satz 1 WPO-E gestrichen werden. Bislang konnte der vBP „bis zu drei Prüfer" vor-schlagen (also auch - was die Regel war - nur einen Prüfer). Dies soll im Rahmen der 7. WPO­Novelle abgeschafft werden: Die eigentliche Auswahl soll nunmehr „verbindlich" die WPK (Kommission für Qualitätskontrolle) treffen, § 57 Abs. 6 Satz 3 WPO-E.

- In speziellen Fällen soll unter Hinweis auf PCAOB Rulemaking Docket Matter No. 006 - Proposed Rules an Inspections of Public Accounting Firms - die Wirtschaftsprüferkammer künftig sog. „Inspections" für Abschlussprüfer von Unternehmen i.S. § 319a HGB (d.h. „Unternehmen von öffentlichem Interesse") anordnen dürfen, vgl. § 61a Abs. 2 WPO-E. Dies ist akzeptabel. Strikt abzulehnen wäre es aber, wenn damit eine künftige gesetzliche Ausweitung dieser Inspections auf einen größeren Adressatenkreis, womöglich auf alle Abschlussprüfer, vorbereitet würde.

Für beide möglichen gesetzlichen Neuerungen werden die Standardbegründungen bemüht: Zum einen der „Grundsatz der Angleichung an internationale Entwicklungen" (insbesondere an die Entwicklungen in den USA) und zum anderen der sog. „Grundsatz der Einheit des Berufsstandes". Beide Grundsätze sind zwar nirgendwo gesetzlich normiert, bergen aber durch ihre Kombination und vielfache Verwendung (vgl. hierzu die offiziellen und nicht-offiziellen Begründungen zur Schließung des Buchprüferberufes) die Gefahr, dass die größeren und großen Einheiten die kleineren und kleinsten Einheiten aus dem Markt drängen. Sie sind andererseits eine elegante Begründung dafür, bei unliebsamen drohenden gesetzli­chen Verschärfungen diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren, weil ja diese Verschärfungen dann für alle, also auch für die kleinen und kleinsten Einheiten im Berufsstand zu gelten haben.