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Das Prüfungswesen umfasst gesetzliche und freiwillige betriebswirtschaftliche Prüfungen.

Bei den gesetzlichen Prüfungen ist die Abschlußprüfung für kleinere und mittlere Unternehmen von besonderer Bedeutung. Die Jahresabschlussprüfung erfolgt nach dem risikoorientierten Prüfungsansatz, der state of the art ist. Makler und Bauträger müssen sich speziell der MABV-Prüfung unterziehen, für die spezielle Vorschriften bestehen. Eine zeitgemäße Abschlussprüfung muss eine fundierte Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und der zukünftigen Entwicklung eines Unternehmens ermöglichen.

Freiwillige Prüfungen sind durchzuführen durch Beauftragung der Geschäftsführung von nicht prüfungspflichtigen Unternehmen, speziell von Personengesellschaften (Buchprüfungen). Sonderprüfungen wie die Unterschlagungsprüfung, erfordern ein besonderes Know-How, was höchstpersönliche Leistungserbringung durch den Berufsträger erfordert. Benchmarking stellt einen systematischen Leistungsvergleich mit anderen Unternehmen im Finanz- und Rechnungswesen, in der Beschaffung und in Marketing/Vertrieb dar. Bei der Durchführung der Prüfung legen wir Wert auf Qualität und Wirtschaftlichkeit.

Selbstverständlich hatte unsere Kanzlei sich 2005 dem Peer Review unterzogen. Bei dem Peer Review wird die gesamte Kanzlei einer Überprüfung durch einen anderen Prüfer unterzogen. Ziel ist, das Qualitätsniveau der Praxis zu sichern und zu heben.

 

DVB Mitteilung v. 05/2006

Der Standpunkt

Abschaffung der freien Wahl des Prüfers für Qualitätskontrolle? - Inspections für vereidigte Buchprüfer?

von Dr. Carl W. Barthel

Nach der bereits gesetzlich vollzogenen Schließung des Buchprüferberufes ab 2005 droht nunmehr neues Ungemach. Dabei klingt alles ganz harmlos:

- Nach dem Referentenentwurf zur 7. WPO-Novelle sollen die Worte „bis zu" in § 57 a Abs. 6 Satz 1 WPO-E gestrichen werden. Bislang konnte der vBP „bis zu drei Prüfer" vorschlagen (also auch - was die Regel war - nur einen Prüfer). Dies soll im Rahmen der 7. WPO­Novelle abgeschafft werden: Die eigentliche Auswahl soll nunmehr „verbindlich" die WPK (Kommission für Qualitätskontrolle) treffen, § 57 Abs. 6 Satz 3 WPO-E.

- In speziellen Fällen soll unter Hinweis auf PCAOB Rulemaking Docket Matter No. 006 - Proposed Rules an Inspections of Public Accounting Firms - die Wirtschaftsprüferkammer künftig sog. „Inspections" für Abschlussprüfer von Unternehmen i.S. § 319a HGB (d.h. „Unternehmen von öffentlichem Interesse") anordnen dürfen, vgl. § 61a Abs. 2 WPO-E. Dies ist akzeptabel. Strikt abzulehnen wäre es aber, wenn damit eine künftige gesetzliche Ausweitung dieser Inspections auf einen größeren Adressatenkreis, womöglich auf alle Abschlussprüfer, vorbereitet würde.

Für beide möglichen gesetzlichen Neuerungen werden die Standardbegründungen bemüht: Zum einen' der „Grundsatz der Angleichung an internationale Entwicklungen" (insbesondere an die Entwicklungen in den USA) und zum anderen der sog. „Grundsatz der Einheit des Berufsstandes". Beide Grundsätze sind zwar nirgendwo gesetzlich normiert, bergen aber durch ihre Kombination und vielfache Verwendung (vgl. hierzu die offiziellen und nicht-offiziellen Begründungen zur Schließung des Buchprüferberufes) die Gefahr, dass die größeren und großen Einheiten die kleineren und kleinsten Einheiten aus dem Markt drängen. Sie sind andererseits eine elegante Begründung dafür, bei unliebsamen drohenden gesetzli­chen Verschärfungen diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren, weil ja diese Verschärfungen dann für alle, also auch für die kleinen und kleinsten Einheiten im Berufsstand zu gelten haben.

Beispiel für die angepasste Übernahme von berufspolitischen internationalen Entwicklungen ist die Einführung des Peer Review in Deutschland. Wenn nicht einmal 20 % der vereidigten Buchprüfer über eine Teilnahmebescheinigung i.S. von § 319 Abs. 1 HGB verfügen, zeigt dies deutlich, wie die kleinsten und kleineren Einheiten im Berufsstand auf die zunehmende Bürokratisierung in diesem freien Beruf marktmäßig reagiert haben und wie ein im Grunde vernünftiger Ansatz zur Qualitätsverbesserung durch Überregulierung konterkariert wurde. Dies würde noch gesteigert, wenn tatsächlich eine Ausdehnung der anlassunabhängigen „Inspections" auf kleinere Einheiten zusätzlich zum Peer Review in Betracht gezogen würde.

Der Grundsatz der Einheit des Berufsstandes ist in der Vergangenheit durch zahlreiche Differenzierungen sowohl innerhalb des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer als auch zwi­schen vereidigten Buchprüfern und Wirtschaftsprüfern häufig unterlaufen worden, z.B.:

- Praxen mit bzw. ohne Teilnahmebescheinigung gern. § 319 Abs. 1 HGB,

- Praxen, die kapitalmarktnotierte Unternehmen prüfen und Praxen, die andere Unternehmen prüfen.

Neben den gesetzlich normierten Differenzierungen gibt es überdies marktmäßige Differenzierungen, wie es bei der Prüfung von DAX-Unternehmen offensichtlich wird.

Die Vernachlässigung der Berufsgruppe der vereidigten Buchprüfer durch den Gesetzgeber ist groß. Viele Kollegen in Buchprüferpraxen prüfen mit Beginn dieses Jahres nicht mehr, weil die Kosten für den Peer Review und die speziellen Fortbildungserfordernisse (nicht zu vergessen den Kammerbeitrag und die Haftpflichtversicherung) in keinem akzeptablen Kosten-/ Nutzenverhältnis mehr stehen; die Mandate wandern folgerichtig an größere Einheiten ab.

Einmal mehr wird die Meinung vertreten, dass die kostenträchtige Einführung des Peer Review - selbst wenn im Wege der gesetzgeberischen Nachbesserung der Zeitraum für die Qualitätskontrollen von drei auf sechs Jahre ausgeweitet wird - letztlich nur den inländischen medienträchtigen Skandalfällen, bei denen vereidigte Buchprüfer jedenfalls nicht beteiligt waren, zu „verdanken" ist. Zum anderen spürt man merklich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten den Wettbewerbsdruck im Berufsstand, wobei die Qualität der Leistung nicht immer ausschlaggebend für Mandatsverluste ist.

Daraus ergeben sich Fragen wie:

Soll man am Grundsatz der Einheit des Berufsstandes festhalten? Sollte eine Differenzierung von Anforderungen und Befugnissen im Berufsstand mit der Ausrichtung der Befugnisse an objektiven Tatsachen wie z.B. einer erfolgreich vollzogenen Qualitätskontrolle und damit an der Eigenschaft als „Abschlussprüfer" i.S.v. § 319 Abs. 1 HGB fortgesetzt werden? Was spricht im Grunde gegen die Forderung nach einer „wirklichen" (prüfungsfreien) Zusammenführung der Prüferberufe, da es immer weniger künftig auf die Eigenschaft „Wirtschaftsprüfer" bzw. „vereidigter Buchprüfer" ankommt?

Welche Schlussfolgerungen sind zu ziehen?

1. Die Abschaffung der freien Wahl des Prüfers für Qualitätskontrolle für die vBP-Praxen ist abzulehnen.

2. Die Einführung der „Inspections" für Abschlussprüfer von Unternehmen mit öffentlichem Interesse mit wirksamen Instrumenten und harten Maßnahmen ist zu begrüßen. Einer künftigen Ausweitung auf die kleineren und kleinsten Einheiten im Berufsstand, insbesondere auch auf die vereidigten Buchprüfer und damit einer Verwässerung des grundsätzlich richtigen Ansatzes ist wegen Überregulierung scharf entgegen zu treten.

Diesen Themen werden sich die Vertreter des DBV in den berufsständischen Gremien sicherlich in besonderem Maße widmen. Zu den anstehenden berufsrechtlich relevanten Gesetzesvorhaben (7. WPO­Novelle) hat der DBV eine Stellungnahme zum Referentenentwurf der 7. WPO-Novelle gegenüber dem Wirtschaftsministerium abgegeben. Auf der letzten Sitzung des Verwaltungsrates des DBV wurden die genannten Themen vertiefend behandelt. Es bestand Einigkeit darüber, im Beirat der Wirtschaftsprüferkammer verstärkt auf eine Entbürokratisierung (z.B. Abschaffung von Fortbildungs­reglementierungen) - etwa bei der Änderung der Berufssatzung - und die Verhinderung einer weiteren Konzentration im Berufsstand hinzuwirken. Es gilt, die Außenwirkung des Buchprüferberufes zu verbessern und eine Effizienzsteigerung der Gremienarbeit zu erreichen. Dabei wissen wir, dass wir als einziger Berufsverband der vereidigten Buchprüfer mit Vertretern im Beirat der Wirtschaftsprüferkammer hier eine besondere Verantwortung und zugleich eine gute Plattform für die Interessenvertretung haben. Am wichtigsten erscheint aber, dass eine breite Mitwirkung der Mitglieder des DBV gegeben ist, um eine möglichst hohe Akzeptanz der künftigen Berufspolitik bei den Berufsangehörigen zu erlangen.

Deshalb: Sprechen Sie uns an, schreiben Sie uns - Ihre Meinung ist uns wichtig.

vBP Dr. Carl W. Barthel ist Vorsitzender des Verwaltungsrates des DBV,• der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Verfassers wieder und Wurde in den Gremien des DBV noch nicht abschließend behandelt. Der Beitrag dient als Diskussionsgrundlage für die künftige Ausrichtung der Berufspolitik für die Berufsgruppe der vereidigten Buchprüfer.

 

Peer Review

Als Peer Review wird die Überprüfung von vereidigten Buchprüfern und Wirtschaftsprüfern und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hinsichtlich der Qualität ihrer Prüfungsleistungen durch einen Berufsangehörigen (Peer) bezeichnet. Diese Form der externen Qualitätskontrolle in der Wirtschaftsprüfung war bisher im anglo-amerikanischen Raum, vor allem in den USA, üblich und hat Eingang in deutsches Recht gefunden. Ziel der Gesetzesänderung war es, das Berufsrecht der vereidigten Buchprüfer und  Wirtschaftsprüfer an die Veränderungen im beruflichen Umfeld anzupassen, die Qualität der Berufsausübung zu sichern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Berufsstands zu gewährleisten bzw. zu stärken.

Gem.§ 57a I WPO sind vereidigte Buchprüfer, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die gesetzlich vorgeschriebene Abschlußprüfungen durchführen, verpflichtet, sich alle drei Jahre einer Qualitätskontrolle zu unterziehen. Ein Verstoß gegen diese Pflicht stellt gem. § 319 II 2 Nr. 2, III Nr. 7 HGB ein Ausschlußkriterium bei der Auswahl des gesetzlichen Abschlußprüfers dar.

Die Qualitätskontrolle dient der Überwachung der Einhaltung der Grundsätze und Maßnahmen zur Qualitätssicherung nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Berufssatzung (§ 57a II WPO). Prüfungsgegenstand ist somit das interne Qualitätssicherungssystem der zu prüfenden Praxis. Dabei ist die grundsätzliche Eignung eines Qualitätssicherungssystems zur Vemeidung bzw. Aufdeckung und Korrektur von Fehlern bei der Prüfung zu beurteilen sowie dessen Umsetzung durch Prüfung der Durchführung einzelner Aufträge über betriebswirtschaftliche Prüfungen i.S. von § 2 Abs. 1 WPO, bei denen das Berufssiegel geführt wird, festzustellen. Nach Abschluß der Prüfung hat der Peer einen Qualitätskontrollbericht zu verfassen, in dem über Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung zu berichten sowie zu erklären ist, daß das Qualitätssicherungssystem im Einklang mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Anforderungen steht und mit hinreichender Sicherheit eine ordnungsgemäße Abwicklung von betriebswirtschaftlichen Prüfungen, bei denen das Berufssiegel verwendet wird, gewährleistet. Bei festgestellten Mängeln ist diese Erklärung einzuschränken oder zu versagen. Bei eingeschränkter Erklärung sind Empfehlungen zur Beseitigung der eingeschränkten Mängel zu geben (§ 57a V WPO).

Prüfungsberechtigt (Peer) sind Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die bei der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) als Prüfer für Qualitätskontrolle registriert und von der zu prüfenden Praxis unabhängig sind (§ 57a III, IV WPO).